Elisabeth-Aue e.V.

Rettet die Felder der Elisabeth-Aue

Autor: elisabeth-aue (Seite 1 von 3)

Gutachten zur Elisabeth-Aue veröffentlicht

Wir als Verein haben eine Anfrage über FragDenStaat nach geltendem Informationsrecht gestellt und eine Antwort bekommen: Die Gutachten des Senats, die im Rahmen des ISEKs erstellt wurden, sind veröffentlicht worden!

Hier der Link:

http://www.stadtentwicklung.berlin.de/staedtebau/projekte/elisabeth-aue/de/download.shtml

 

Die Pappeln an der Aue – ein schützenswerter Bereich

Entlang der Pappeln auf Höhe der Buswendeschleife Blankenfelder Str. 115 endet die Elisabeth-Aue und beginnt der Karlsgarten.  Dort hat sich seit Jahren ein schmaler Feldweg  herausgebildet, der für einige private Anleger als Zufahrt genutzt wird, da sie von der Blankenfelder Str. keine Möglichkeit haben, um mit ihrem PKW auf ihr Grundstück zu gelangen. Dieser Weg, der von der Rosenthaler Str. beginnt und sogar mit einem Straßenschild benannt ist, jedoch offiziell  nicht bestätigt ist, hat den schönen Namen: Blaubeerweg.

Mit Sicherheit ist dieser Weg am Zipfel des Karlsgartens  lt. Katasteramt kein Straßenland. Es ist Ackerland, auch Grünfläche genannt. Früher nutzten ein Teil des  Feldweges auch die Feldarbeiter, um mit ihren Mähdreschern und Traktoren auf das Feld zu gelangen. Dieser Zufahrtsweg zwischen den Pappeln  ist nun versperrt, da auf diesem Teilgrundstück Unterkünfte für Geflüchtete Platz gefunden haben, die eine Durchfahrt haben überflüssig werden lassen. Schön für die Pappeln und für das kleine Biotop rund herum.

Die Anwohner haben diesen Teil um die Pappeln herum gepflegt, Büsche beschnitten, alte Baumstämme ausgelegt und ewigen Müll aufgesammelt, damit nicht nur Spaziergänger Freude daran haben, sondern auch die kriechende und fliegende Tierwelt. Gerade jetzt im Frühjahr ist es so wichtig ihnen Raum zu geben und zu lassen und der Fauna das Wachsen zu ermöglichen.

Umso schlimmer war es, dass seit einiger Zeit vierrädrige Ungeheuer sich ausgebreitet haben. Sie stellten sich zwischen und entlang  der Pappeln, zermalmten den Boden und nahmen den Pappeln die Luft zum Atmen. Das kleine Grün wurde niedergewalzt und kein Vogel hatte Lust dort heimisch zu werden. Die Polizei ist nicht zuständig, da es kein Straßenland ist, sondern dem Land Berlin gehört. Einen Zuständigen für eine kleine zu rettende Oase zu finden, ist wohl ebenso schwer wie die berühmte Nadel im Heuhaufen zu erspähen. Daher hat ein Mitglied der Elisabeth-Aue Hand angelegt und kurzum den schützenswerten Bereich mit schmalen Holzpflöcken und Signalband abgesperrt. Und siehe da, es wurde von den Monstern akzeptiert, aber auch nur bis zum Ende der Absperrung, welch ein Witz,  siehe Bilder.

Ideenwettbewerb – Grün statt grau!

Das Ziel des Vereins ist die Erstellung eines ganzheitlichen Nutzungskonzeptes zum Erhalt der Flächen der Elisabeth-Aue.  Nachdem im November 2016 im Rahmen der Koalitionsverhandlungen beschlossen wurde, die Bebauung der Elisabeth-Aue innerhalb der Legislaturperiode nicht weiterzuverfolgen, arbeitet der Verein nun am Gegenenwurf zu einer Bebauung:  Grün statt grau!

  • Pankow hat in den letzten 4 Jahren einen Bevölkerungszuwachs von 40.000 Menschen erfahren
  • Der botanische Volkspark ist direkt gegenüber
  • Die Kaltluftschneise muss erhalten bleiben

Die Fläche ist daher prädestiniert als Naherholungsgebiet mit landwirtschaftlicher Nutzung.

Dazu rufen wir einen Ideenwettbewerb aus – Grün statt grau – Ihr seid gefragt!

Die Aufgabenstellung: Wie könnte eine gemeinnützige Verwendung bei gleichzeitiger landwirtschaftlicher Nutzung aussehen?

Dazu haben  wir eine Malvorlage erstellt, in der Ihr Eure Ideen einzeichnen könnt. Alle Ideen werden berücksichtigt (außer als Gartenstädte getarnte Betonburgen) und von uns bewertet. Die schönsten Ideen werden auf der Internetseite veröffentlicht und fließen in das Nutzungskonzept mit ein.

Sendet Eure Ideen an info@elisabeth-aue.de oder per Post an Elisabeth-Aue e.V., Hautptstr. 56, 13159 Berlin.

Anregungen:

  • Landwirtschaftliche Fläche
    • Ackerbau
    • Viehzucht, z.B. Schafherden
    • Streuobstwiesen
  • Naherholung
    • Spazierwege
    • Grillplatz
    • Spielplatz
  • Urbaner Gartenbau

Pressemitteilung zum Abschluß der Rot-Rot-Grünen Koalitionsverhandlungen

Wir, der Elisabeth-Aue e.V., nehmen den Abschluss der Koalitionsverhandlungen des Senats zu Berlin zum Anlass, uns bei den Parteien „Bündnis 90/ Die Grünen“ und „Die LINKE“ für die Einhaltung der Wahlversprechen, für deren Unterstützung und den Einsatz für die Elisabeth-Aue zu bedanken. Wir freuen uns sehr, dass die Pläne zur Bebauung der Felder um die Elisabeth-Aue in dieser Legislaturperiode nicht weiterverfolgt werden. Wir möchten uns an dieser Stelle aber auch für die Haltung der CDU bedanken, insbesondere der Pankower CDU, die einer massiven Bebauung eine klare Absage erteilt hatte.

Wir sind überaus glücklich, dass wir unserem  Ziel ein Stück näher gekommen sind: Gemäß unserer Satzung können wir uns jetzt einem dauerhaften Schutz der Flächen der Elisabeth-Aue widmen.  Wir werden ein Nutzungskonzept für alle Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt erarbeiten. Natürlich werden wir so viele Bürgerinnen und Bürger wie möglich in diesen Prozess mit einbinden, um das nötige Wissen und die Sachkenntnis aller Beteiligten einfließen zu lassen. Wir sind gespannt auf die Weiterentwicklung der Elisabeth-Aue als Naherholungsgebiet und Naturhabitat aller Lebewesen.

Pressemitteilung als PDF

Koalitionsverhandlungen des Rot-Rot-Grünen Senats: Bauvorhaben Elisabeth-Aue wird für die nächsten 5 Jahre nicht weiterverfolgt

Auf der laufenden Pressekonferenz zum Abschluß der Koaltionsverhandlungen des Rot-Rot-Grünen Senats bestätigt sowohl Antje Kapek als auch Klaus Lederer, dass das Bauvorhaben Elisabeth-Aue während der Legislaturperiode (5 Jahre) nicht weiterverfolgt wird.

Stararchitekt Daniel Libeskind im Interview bei SPIEGEL ONLINE: „Baut höher, dann bleibt die Stadt bezahlbar“

Zitat aus SPIEGEL ONLINE vom 12.11.2016:

SPIEGEL ONLINE: Zurück zu Berlin: Was können Behörden und Gesetzgeber tun, damit die Stadt bezahlbar bleibt?

Libeskind: Höher bauen, zum Beispiel. Berlin war es gewohnt, sich einfach immer weiter auszubreiten, aber diese Stadt kann nicht einfach immer weiter wachsen und mehr und mehr von Brandenburg verschlingen. Gebraucht wird eine verdichtete Stadt. Eine verdichtete Stadt ist eine nachhaltige Stadt. Die Menschen können zur Arbeit laufen, der öffentliche Nahverkehr ist schnell. Berlin soll natürlich nicht New York werden. Aber es sollte definitiv höher gebaut werden als die bisher üblichen 22 Meter in der Innenstadt.

RBB entdeckt Wohnungsbaupotential vor der eigenen Haustür

Wir haben stets auf die Wohnungsbaupotenziale im innerstädtischen Bereich hingewiesen. Nun wurde auch der RBB in der Ausgabe der Abendschau vom 11.11.2016 (ab 14:25) bei der Suche nach dem Potenzial für den innerstädtischen Wohnungsbau bereits nach 800m vor der eigenen Haustür fündig. Das Areal gehört der Bahn, die es verkaufen will und bietet Platz für rund 900 Wohnungen inkl. Grünanlage.

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Pressemitteilung: Stellungnahme zu den aktuell laufenden Koalitionsverhandlungen

Am gestrigen Tage fanden erneut Koalitionsverhandlungen der zukünftigen Partner SPD, Die Linke und Bündnis 90/ die Grünen statt. Zwar wurde zwischen den Verhandlungspartnern das Ziel von 55.000 neuen Wohnungen bis 2021 festgelegt, jedoch keine Einigung erzielt, welche Wohnungsneubaustandorte weiterverfolgt werden.Hierzu gehört auch die geplante Bebauung der Elisabeth-Aue.

Die Verhandlungen wurden auf die nächste Woche vertagt, was wir zum Anlass nehmen, noch einmal zu verdeutlichen, was eine Bebauung bedeuten würde: Die Vernichtung von Natur sowie eines der artenreichsten Vogelhabitate Europas2. Dazu haben wir auf unserer Internetseite www.elisabeth-aue.de5 aktuelles Bildmaterial zusammengestellt, um einen Eindruck zu vermitteln, was hier zerstört wird. Selbst auf den Feldern der Elisabeth-Aue befinden sich insgesamt 13 Arten die auf der Roten-Liste stehen.Diese Artenvielfalt auf den Feldern sowie um die Felder der Elisabeth-Aue2 müssen erhalten bleiben für eine lebenswerte und vielfältige, grüne Stadt Berlin.

Wir haben uns seit Beginn nicht dazu hinreißen lassen, uns das „Sankt-Florian-Prinzip“ unterstellen zu lassen und werden dies auch weiterhin nicht tun. Wir erlauben uns lediglich auf die verfehlte Baupolitik hinzuweisen, die zu übermäßiger Versieglung und ineffizienter Nutzung von Flächen innerhalb unser Stadt führt. Gerade Pankow weist ein Unmaß an Platzverschwendung mit Quadratkilometern von Discounter-Parkplätzen und eingeschossiger Bebauung auf. Die Studie Räumliche Potenziale für den Wohnungsbau in Berlin4 zeigt Kapazitäten und Möglichkeiten auf, der wachsenden Stadt gerecht zu werden, ohne Natur und Kulturlandschaft zu vernichten. In Anlehnung an diese Studie wollen wir anregen, sich dieser Potenziale anzunehmen, bevor wir Natur zerstören, was immer Ultima Ratio sein sollte.

Wir appellieren hiermit erneut an die Linke und Bündnis 90 / die Grünen, ihrem Wahlversprechen treu zu bleiben und verfehlter Baupolitik Einhalt zu gebieten.

Elisabeth-Aue e.V.

Pressemitteilung als PDF


1 https://www.rbb-online.de/politik/wahl/berlin/agh/rot-rot-gruen-koalitionsverhandlungen-wohnen-bauen-inneres.html

2 https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/aemter/umwelt-und-naturschutzamt/dokumente/prasentation_brutvogelkartierungen.pdf

3 http://www.stadtentwicklung.berlin.de/staedtebau/projekte/elisabeth-aue/download/beteiligungswerkstatt2_praesentation.pdf

4 http://elisabeth-aue.de/onewebmedia/Wohnungsbaupotentialanalyse%20-%20Stand%2010.10.2014_0.pdf

5 http://www.elisabeth-aue.de/2016/11/06/unsere-elisabeth-aue/

Unterstützt uns!

Wie die zweite Beteiligungswerkstatt zum ISEK zeigt, ist der Widerstand gegen die Bebauung notwendig. Daher bitten wir Euch heute um Eure Unterstützung!

Unterstützt uns in unserer Arbeit, damit wir

  • informieren und kritisieren können. Macht mit, meldet Euch!
  • Gutachten in Auftrag geben können, um unsere Kritik an der Verkehrsbelastung, an der Schadstoffbelastung und der Naturzerstörung auch geltend machen zu können. Dazu benötigen wir in erster Linie Spendengelder: Auf unserer Spendenseite gibt es verschiedene Möglichkeiten, uns zu unterstützen, wir danken Euch für JEDEN Euro.

Eine Bebauung kann auf jeden Fall beeinflußt bis verhindert werden. Die Elisabeth-Aue kann nicht bebaut werden, solange es keinen Beschluss eines Bebauungsplans des Abgeordnetenhauses gibt!

Stellungnahme zum ISEK – Zweite Beteiligungswerkstatt vom 08.10.2016 / Bericht des RBB

Am 08.10.2016 fand das 2. ISEK zur Elisabeth-Aue statt. Hier wurden neue Ergebnisse aus Natur-  und Verkehrsgutachten vorgestellt. Zu Beginn wurden die Ergebnisse des ersten ISEK vorgetragen, die man verkürzt nach Themenfeldern wie folgt wiedergeben kann:

  • Soziale und kulturelle Infrastruktur – Mangelhaft
  • Verkehr – Sanierungsbedürftig
  • Natur- und Landschaftsschutz – Gefährdet

Trotz der geäußerten Bedenken der Bürger hält der Senat an seinem Vorhaben fest, eine Satellitenstadt auf der Elisabeth-Aue zu errichten. Gleichzeitig wurde aber auch herausgestellt, dass die Elisabeth-Aue solange nicht bebaut werden kann, solange das Abgeordnetenhaus nicht über einen Bebauungsplan abgestimmt hat.

Unsere Kritik im Detail:

  • Naturschutz: In den durchgeführten Kartierungen wurde festgestellt, dass sich um die Felder herum eine hohe Artenvielfalt an Vögeln und Käfern befindet. Sogar auf dem Feld selbst befinden sich gefährdete Vogelarten. Es liegt auf der Hand, dass wenn die Elisabeth-Aue bebaut wird, dies zu einem drastischen Einschnitt in die Populationen der Tiere führt. Wir würden uns einem der „artenreichsten Vogelhabitate Europas“ berauben.
  • Verkehr: Das Verkehrsgutachten des Ingenieurbüros für Verkehrsplanungen und –systeme Dresden wies leider massive Mängel bei seinen Ausgangsdaten auf. Das Ingenieurbüro ging von 39.500 mehr Wegen pro Tag aus,  die die jetzige Verkehrsinfrastruktur bewältigen müsste. Dabei legten die Ingenieure zugrunde, dass 46% der Wege nicht motorisiert, 28 % per KFZ und 26 % per ÖPNV bewältigt werden. Dies lässt jedoch einige wichtige Sachverhalte außer Acht: Die Werte sind ein Schnitt aus Gesamt-Pankow und aus einer Zeit, in der man von einer sinkenden Einwohnerzahl Berlins ausging. Die Werte sind also irreführend. In Französisch Buchholz zeichnet sich ein anderes Bild und damit ein zukünftiges, durchaus dramatisch zu nennendes Verkehrsproblem: Viele Haushalte verfügen über zwei Fahrzeuge und der ÖPVN ist unattraktiv für Querverbindungen innerhalb der Stadt und stößt schon jetzt in der Rush Hour an seine Grenzen. Auch die Radverbindung zum S-Bahnhof Blankenburg wurde völlig außer Acht gelassen, wie auch Herr Kirchner bemängelte.
    Des Weiteren will der Senat, laut der neuen Karte des ISEK, den Schillingweg zu einer übergeordneten Hauptverkehrsstraße ausbauen um die Elisabeth-Aue mit der Schönerlinderstraße und der BAB 114 zu verbinden.
  • Schadstoffbelastung: Die Schadstoffbelastung der Elisabeth-Aue wurde bislang nicht ausreichend untersucht. Als Basis wurden alte Gutachten oder unzureichende Gutachten herangezogen, die keinerlei Rückschluß auf die tatsächliche Belastung sowohl während der Bauphase als auch danach zulassen.

Fazit: Die Biotopkartierungen machen deutlich,  wie dieses Bauvorhaben unsere Natur zerstören wird. Das Verkehrsgutachten ist nicht aussagekräftig und beruht auf veralteten Daten, obwohl schon neue  Daten vorhanden sind. Die Schadstoffbelastung bleibt ungeklärt. Und jegliche Bedenken der Bürger werden weggewischt.

Der RBB hat in seinem Bericht unsere Bedenken angeschnitten, die tendentiöse und verharmlosende Moderation  aber nimmt Kritik nicht ernst und scheint eine ernsthafte Debatte mit den Bürgern über die Zukunft ihrer Lebensqualität in Französisch Buchholz verhindern zu wollen. Wir weisen diese Art der Berichterstattung entschieden zurück.

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