Die Felder der Elisabeth-Aue im Norden Berlins – im Bezirk Pankow – sind Teil einer zusammenhängenden Natur- und Kulturlandschaft um das Dorf Blankenfelde.

Sie sind umgeben von:

  • dem „Landschaftsschutzgebiet Blankenfelde“,
  • dem europäischen Natura 2000-Schutzgebiet „Tegeler Fließtal“
  • und dem „Naturpark Barnim“

Hier finden sich eine Kartendarstellung und Luftbilder der Fläche.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat im Herbst 2014 mit den Planungen begonnen, hier auf ca.70 ha Ackerfläche einen neuen Stadtteil mit 5.000 Wohnungen zu errichten.

Wir haben daher im April 2016 einen Verein gegründet, um uns gegen die geplante Bebauung zu wehren. Zweck des Vereins ist die Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege, insbesondere durch die ökologische Nutzung der Fläche der Elisabeth-Aue im Interesse aller Bürger. Primärziel ist die größtmögliche Erhaltung der Fläche der Elisabeth-Aue, siehe auch Satzung.


Begründung:

  • Massivität der Bebauung
    Entgegen der ursprünglichen Darstellung des Senates würden aber nicht 5000 bezahlbare Wohnungen2 entstehen. Der Senat will rund ein Drittel mit bezahlbaren Sozialwohnungen errichten 3,4 Ein weiteres Drittel soll von Baugruppen oder Genossenschaften erbaut werden, an private Bauherren geht der Rest3, 4 . Die Kosten ohne Infrastruktur (BVG, Straßen) werden mit einer Milliarde Euro veranschlagt 3,4,9,10 . Die Verwirklichung der nicht mit kalkulierten Infrastruktur ist dann aber fraglich, wie die Projekte Karow-Nord8 und Märkisches Viertel zeigen 7, 12 .Die groß angekündigte Gartenstadt des 21. Jahrhunderts 2,4 soll mit 4-7 stöckigen Häusern bebaut werden und wird nicht sehr romantisch werden. 5000 Wohnungen auf einer Fläche von 73 Hektar ergeben bei einer durchschnittlichen Belegung von 2,5 Personen 17.000 Menschen pro km² – eine größere Bevölkerungsdichte als im Märkischen Viertel mit 11.500 Menschen pro km².
    All das wäre die Wiederholung der verfehlten Neubaupolitik des vergangenen Jahrtausends 11 .

    Ortsteil Bevölkerungsdichte6 Einwohnerzahl Fläche
    Französisch Buchholz 1.700 Personen/km² 20.000 12 km²
    Niederschönhausen 4.500 Personen/km² 29.500 6,4 km²
    Märkisches Viertel 11.500 Personen/km² 37.000 3,2 km²
    Elisabeth-Aue 17.000 Personen/km² 12.500 0,73 km²

  • Erhöhung der Verkehrsbelastung ohne ausreichende Infrastruktur
    Ziehen wie geplant 12.500 Menschen nach Französisch-Buchholz, führt dies zu einer noch größeren Verkehrsbelastung der Buchholzer Straße und des Rosenthaler Weges. Schon jetzt ist die Belastungsgrenze entlang der Ein- und Ausfallstraßen in Richtung Stadtmitte überschritten: Ob mit dem Auto über A114, Dietzgenstraße oder Pasewalker Straße, ob mit der Tram M50 oder mit dem Bus zum S-Bahnhof Blankenburg: In den Stoßzeiten trifft man auf überfüllte Straßenbahnen und Busse sowie Staus auf den Straßen. Der massive Zuzug von weiteren 5000 Menschen verschärft diesen Zustand. Allein die Erhöhung der Taktzeiten der öffentlichen Verkehrsmittel reicht bei weitem nicht aus. All dies führt zu einer massiven Umweltbelastung durch Abgase und Lärm, die im Widerspruch zum nachweislich wertvollen, umgebenden Landschaftsschutzgebiet Blankenfelde13 stehen, das durch die Bebaaung einen starken Nutzungsdruck erleiden würde.


  • Schaden für die Umwelt­
    Die Elisabeth-Aue nimmt als Kaltluftschneise und Frischluftzufuhr für den Norden von Berlin eine wichtige Rolle ein. Sie versorgt die Innenstadtbereiche mit Kaltluft und vermindert somit die ansteigenden Temperaturen durch den Klimawandel. Darüber hinaus wird wertvolle Acker- und Bodenfläche versiegelt. Dies widerspricht den Zielen der Bundesregierung, den Flächenverbrauch zu begrenzen.

  • Schadstoffbelastung auf der Fläche ist nicht untersucht
    Die Felder der Elisabeth-Aue wurden bis in die 1980er Jahre als Rieselfelder verwendet. Das letzte Bodengutachten dazu stammt aus den 1990er Jahren. In den Abwässern waren vor allem Schwermetalle enthalten. Ebenso wurde im Zuge einer bereits geplanten Bebauung ein Asbestrohrnetz verlegt. Die landwirtschaftliche Nutzung der Fläche findet nur bis zu einer Tiefe von 50cm (Oberboden) statt.  Durch diese landwirtschaftliche Nutzung in den vergangenen 30 Jahren liegt daher an der Oberfläche keine Schadstoffbelastung vor. Wir fordern daher, vor einer Bebauung eine Baugrund-, sowie eine Altlasten- und Schadstoffuntersuchung auf der gesamten Fläche bis zu 5m Tiefe durchzuführen, um mögliche Schäden für Anwohner und Neubewohner zu analysieren.
    Die beste Möglichkeit, diese Schadstoffe zu behandeln ist nach einer Studie der TU Berlin im wahrsten Sinne des Wortes „Gras über die Sache“ wachsen zu lassen. Das Gebiet um Hobrechtsfelde ist zu einem solchen Schutzgebiet erklärt worden.


Fussnoten: